Freundin vom einen auf anderen Tag weg

"Die Abschiebung hat uns betroffen gemacht", sagte Schulleiter Knut Schröter in seiner Einführung. Seine Schule stünde in der Tradition Zinzendorfs. Die Existenz der Herrnhuter Brüdergemeine sei dadurch begründet, dass Zinzendorf Asylsuchende und Flüchtlinge aufnahm.

Die Abschiebung hat die Politik vom fernen Berlin ins scheinbar idyllische Königsfeld einbrechen lassen. Thi sei ein Teil deutscher Flüchtlingspolitik, so Moderation Inge König.

"Ich war geschockt und hilflos. Meine beste Freundin war vom einen auf den anderen Tag weg", berichtete Samira Awad.

Eine Frage drehte sich darum, warum die Familie acht Jahre lang geduldet wurde und dann doch ausreisen musste. Dr. Thomas Dressler vom Regierungspräsidium wies darauf hin, dass die Familie freiwillig hätte ausreisen müssen. Da sie dies nicht getan habe, habe sich das Ganze so lange hingezogen. Dass die Abschiebung um 2 Uhr nachts startete, liege an der Befürchtung der Behörden, dass die Personen nach Ankündigung beim Abholen in der Regel nicht zu Hause seien.

Beate Schmidt-Kempe, die die Familie als Rechtsanwältin vertritt, griff das Regierungspräsidium an, das die Familie trotz This bevorstehendem Abitur abschob. Dass die Behörde in Freiburg das nicht gewusst habe, hält Schmidt-Kempe für eine Schutzbehauptung. Die Schulbescheinigungen seien in den Akten vorhanden.

Wenig Hoffnung auf eine Rückkehr This machte Christian Storr vom Justizministerium Baden-Württemberg. Er hält dies für ausgeschlossen.

Bundestagsabgeordneter Siegfried Kauder bat die Schüler, nicht nur den Einzelfall zu sehen. Die Politik könne nicht Einzelfallgerechtigkeit, sondern nur Systemgerechtigkeit schaffen. Doch wenn in This Fall von Behördenseite wirklich Fehler gemacht wurden, könne dies durch eine Petition an den Deutschen Bundestag überprüft werden. Er machte den Jugendlichen Mut, eine solche Petition einzureichen. (Von Marcel Dorer )

Schwarzwälder Bote vom 18.12.2003